Gedicht

Die Selbsthilfegruppe

 

Wie war es noch, als es begann,

da wir betroffen waren?

Ein Jeder dachte doch für sich,

dein Zug ist abgefahren.

“Warum grad` ich?”, so fragte man,

“wie geht das Leben weiter?

Wohin führt dich der neue Weg,

auf deiner Lebensleiter?”

Die Familie hilft dir viel,

auch mit reichlich Liebe.

Ihr Verständnis und Gefühl

gibt neue Lebenstriebe.

Doch man hätte gern gesprochen,

mit einem der auch selbst betroffen.

Da bot sich mir die Gruppe an.

Ich las es in der Zeitung.

Dass man sich monatlich treffen kann,

unter Betroffener Leitung.

Da geht man hin, gehört dazu,

erzählt was ist geschehen.

In ihren Augen siehst du dann,

hier kann man dich verstehen.

Denn alles was du hast erlebt,

das haben auch die Andern.

Und dies dein Selbstbewusstsein hebt,

dein Herz muss nicht mehr wandern.

Es kommt hier wirklich ganz zur Ruh`,

du fühlst es, du gehörst dazu.

Nicht jede Gruppenstund` ist heiter,

das Leben geht ja schließlich weiter.

Ist die Krankheit zurückgekommen,

hat einen von uns mitgenommen,

dann sind wir traurig und denken daran,

dass es uns alle treffen kann.

Jedoch dann machen wir uns Mut,

und du spürst, die Gruppe tut dir gut.

Begegnet dir jemand der NEUBETROFFEN,

gib ihm dies Gedicht und lass ihn hoffen.

Hol ihn zu uns, und er wird erleben,

wie MITBETROFFENE Hilfe geben!

Mechthild Lepper

ILCO-Gruppe (Darmkrebsbetroffene)