Kooperation...

wird in unserer Arbeitsgemeinschaft groß geschrieben. Sie ist ein Wesensmerkmal der Selbsthilfe.

 

Bereits 1992 sprachen sich 93 % der Sprecher der Selbsthilfegruppen im Kreis Recklinghausen für eine künftige Kooperation auf drei Ebenen aus:

 

  1. Der kreisweiten Ebene - themenspezifisch
  2. Der kommunalen Ebene - themenübergreifend
  3. Der kreisweiten Ebene - themenübergreifend

 

Bereits in ihrer ersten ordentlichen Sitzung, am 13. Januar 1993 legte die Arbeitsgemeinschaft (mit damals 140 Gruppen) in ihrem Leitbild u.a. ihre Kooperationsziele fest.

 

Einige Beispiele:

Es gründeten sich in der Folgezeit neue themenspezifische und themenübergreifende Kooperationen in Form von Selbsthilfe-Arbeitsgemeinschaften in Bottrop, Castrop-Rauxel, Dorsten, Gelsenkirchen, Gladbeck, Haltern, Herten und Marl.

 

Die Arbeitsgemeinschaften wurden zu Kooperationspartnern der Verhältnis- und Verhaltensprävention kommunaler- und kreisweiter Gesundheitsaktionen, wie Selbsthilfetage, Gesundheitswochen, Herzwochen... .

 

Die Arbeitsgemeinschaften und Selbsthilfegruppen wurden immer häufiger zu Partnern von Presse und Rundfunk, die bis heute regelmäßig über das Selbsthilfegeschehen berichten. Chefredakteure von Presse und Funk boten zusammen ein Medienseminar für die Sprecher der Selbsthilfegruppen an, was wiederum zu einer verbesserten Kooperation führte.

 

Die Selbsthilfegruppen kooperieren mit Kommunen und Krankenkassen. Hier wurden Beratungsräume für regelmäßige „Sprechstunden“ einzelner Gruppen eingerichtet.

 

In den letzten Jahren wurden die Kooperationen mit den Kommunen vertieft. Die nach dem „Recklinghäuser Modell“ organisierten Arbeitsgemeinschaften initiierten und/oder förderten die Einrichtung kommunaler Selbsthilfe-Unterstützungsstellen in den Städten Bottrop, Gelsenkirchen und Recklinghausen. Auch in den Städten Gladbeck, Herten, Dorsten, Haltern und Waltrop wird Personal zur Selbsthilfeunterstützung vorgehalten.

 

Seit Juni 1997 arbeitet die Arbeitsgemeinschaft mit dem „Netzwerk Bürgerengagement“, einer Kontaktstelle für freiwilliges Engagement und Selbsthilfe zusammen.

 

Die Arbeitsgemeinschaft kooperiert in der Gesundheitskonferenz des Kreises Recklinghausen mit den Akteuren im Gesundheitswesen und ist ebenso in der Kreis-Pflegekonferenz mit Sitz und Stimme vertreten. Hier konnten bereits wichtige Impulse z.B. zur Früherkennung von Wahrnehmungsstörungen bei Kindern im Vorschulalter und bei der Versorgung von Schlaganfallpatienten gegeben werden.

 

Die Arbeitsgemeinschaft kooperiert auch auf Landesebene. In einem Modellversuch hat die Arbeitsgemeinschaft mit dem Institut für Arbeit und Technik (IAT) des Wissenschaftszentrums NRW die Anwendungs- und Umsetzungsmöglichkeiten der Internetnutzung durch Selbsthilfegruppen erprobt und den ersten Selbsthilfeserver erarbeitet.

 

Die Arbeitsgemeinschaft pflegt seit 15 Jahren enge Kontakte zu den Abgeordneten der Region, Über ihre Schirmherrschaft geben wir den Abgeordneten Michael Groß, MdB und Josef Hovenjürgen, MdL, tiefen Einblick in das Selbsthilfegeschehen der Region. Das trägt zum besseren Verständnis und besseren Kommunikation bei.

 

In diesem Modell nutzt die Selbsthilfe mit der Kraft ihrer Vernetzung die im Gesundheitsmarkt vorhandenen Ressourcen durch Kooperation aber ohne Fremdbestimmung. Hier werden Unterstützungspotenziale durch stetig steigende Akzeptanz und Vernetzungen erschlossen.

 

So steigt die Zahl der Gruppen in unserer Region stetig weiter. Über 20.000 Bürger engagieren sich z. Zt. in 705 Gruppen zu 225 Themen. Von diesen arbeiten 460 Gruppen nach dem „Recklinghäuser Modell“ (Link: zu „Leitbild“) in Arbeitsgemeinschaften zusammen.